Salutogenese

Anders als bei den pathogenetischen Ansätzen, die ausschließlich nach den Ursachen fragen, die zu Erkrankungen führen können, setzen ressourceorientierte Modelle ihren Fokus auf die individuellen gesundheitlichen Schutzfaktoren. Dadurch ändert sich der Blickwinkel bezogen auf die Bedeutung von Gesundheit und Krankheit. Insbesondere das von Aaron Antonovsky (1923 – 1994) in den 70er Jahren entwickelte Salutogenesemodell leistet einen besonderen Beitrag dazu. Gesundheit wird nicht als ein Zustand, sondern als ein Prozess verstanden. Demnach besitzt jede(r) Einzelne(r) sowohl gesunde als auch kranke Anteile. Je nach Situation bewegen wir uns auf einem Kontinuum zwischen krank und gesund. Der Hauptaugenmerk liegt auf der Frage: Was muss ich tun, damit ich mich auf dem Kontinuum mehr in Richtung Gesundheit bewege?
Auf die Frage: “ Wie entsteht Gesundheit?“ entwickelte Antonovsky das Kohärenzgefühl (auch Kohärenzsinn)(engl. sence of coherence, SOC). Hierbei handelt es sich um eine Grundhaltung, die ausdrückt, in welchen Maß man ein „dynamisches Gefühle des Vertrauens hat, dass

  •   Stimuli, die sich aus der Umgebung ergeben, strukturiert, erklärbar sind.
  • einem Ressourcen zur Verfügung stehen, um den Anforderungen, die diese Stimuli stellen, zu begegnen
  • diese Anforderungen Herausforderungen sind, die Anstrengung und Engagement lohnen.“ (Antonovsky, 1997)
Dieser Kohärenzsinn besteht aus 3 Komponenten:

  • Verstehbarkeit: Inwieweit verstehe ich, was mit mir und meinem Umfeld geschieht?
  • Handhabbarkeit: Habe ich selbst Einfluss auf dieses Geschehen? Kann ich meine Lebensumstände selbst mitgestalten, oder muss ich sie passiv über mich ergehen lassen (Selbstwirksamkeit)?
  • Sinnhaftigkeit: Kann ich meinem Leben und dem, was um mich herum geschieht, einen Sinn zuordnen? Ist es wert, dafür Energien und Ressourcen einzusetzen?

(vgl. Bohmann, 2013)

 

 


 

Verfüge ich über einen starken Kohärenzsinn, kann ich Stress gut begegnen und habe somit eine positive Auswirkung auf meine Gesundheit. Handlungsoptionen werden realistisch eingeschätzt, nicht Änderbares wird akzeptiert und aus einem großen Pool an Möglichkeiten suche ich mir die beste Lösung heraus. So bin ich lebenskompetent.

 


 

 

Nicht die Dinge verwirren die Menschen, sondern die Ansichten, die sie von den Dingen haben (Epiktet)

 

 

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